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10.03.2010
Ein Künstler, der in
keine Schublade passt
Morgen wird die Ausstellung Hans von Aachen eröffnet - bis 13.6. zu sehen
Aachen. Hans von Aachen ist zurück nach Hause gekehrt. Mit einer Ausstellung, die zugleich eine Weltpremiere ist, würdigt das Suermondt-Ludwig Museum ab morgen einen der größten europäischen Künstler seiner Zeit (1552-1615).
Ausgelassen lächelnd mit deutlich schlechten Zähnen begrüßt der Meister die Besucher höchstpersönlich und zwar in Form eines Doppel-Selbstporträts, eines seiner Meisterwerke. „Kommt herein und genießt die Ausstellung“, scheint er zu sagen. Nur noch ein Tag bis zur Eröffnung. Auf diesen Tag haben alle Beteiligten drei Jahre lang hingefiebert. So auch der Direktor des Suermondt-Ludwig Museum, Peter van den Brink: „2007 kam bei mir der Gedanke auf, eine Ausstellung über Hans von Aachen auf die Beine zu stellen, einem heute eher weniger bekannten Künstler. Zu seiner Zeit war er aber ein unglaublich berühmter Hofmaler.“ Van den Brink ist stolz auf die Weltpremiere und erklärt Hans von Aachen zum Pflichtprogramm für jeden Aachener. Schließlich trägt er ja den Namen der Stadt, aus der sein Vater stammte. „Ich bin sicher, die Ausstellung wird ein Hit“, fügt er hinzu. Die Ausstellung ist übrigens ein Gemeinschaftsprojekt des Suermondt-Ludwig-Museums, der Burggalerie Prag und des Kunsthistorischen Museums Wien.
88 Werke
Zu sehen sind 88 Werke. Sie zeigen verschiedene Stationen des Künstlers: Italien, Bayern und Prag. Sie demonstrieren die Vielfältigkeit des Künstlers. „In eine Schublade kann man ihn nicht stecken, da bräuchte man viele“, weiß Peter van den Brink. Als Maler der Renaissance ließ er nicht nur mythische und religiöse Themen wieder aufleben; er wendete sich Stillleben Porträts und auch der Hofmalerei zu. Mal sind seine Werke klein, mal imposant, wie zum Beispiel die „Allegorie des Friedens, des Wohlstands und der Künste“, einem rund zwei Meter großen Gemälde, das auch im Suermondt-Ludwig Museum zu sehen ist. Museen, Kunsthändler und Privatsammler aus der ganzen Welt haben ihre Werke verliehen.
Der Transport war sehr aufwändig. „Die Bilder wurden in speziellen Klimakisten geliefert, um sie vor wechselnder Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu schützen. Außerdem durften sie nur so geliefert werden, wie sie aufgehangen werden, also stehend“, so Kurator Thomas Fusenig. 650.000 Euro betragen die Kosten der Ausstellung, „wovon rund 80 Prozent Geld von außen ist“, so der Direktor des Suermondt-Ludwig Museum. „Es ist die teuerste Ausstellung, die ich jemals gemacht habe. “
mwe
Das Suermondt-Ludwig Museum, Wilhelmstraße 18, gewährt allen Bürgern am morgigen Donnerstag von 11-15 Uhr freien Eintritt in die Ausstellung.
